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Well drilling rig on a garden plot next to stacked well pipes and a garden pump on a white background

Brunnen bohren 2026: Komplettkosten, Genehmigung nach Bundesland & Spartipps

Brunnen bohren ab €800. Kosten pro Meter nach Bodenart, Genehmigung je Bundesland im Überblick, ROI-Rechnung vs. Leitungswasser und 7 Spartipps für deinen Gartenbrunnen.

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6. April 20265 Min. Lesezeit

Trinkwasser kostet in Deutschland im Schnitt 4,50 € pro Kubikmeter, Tendenz steigend. Kein Wunder, dass immer mehr Gartenbesitzer über einen eigenen Brunnen nachdenken. Aber was kostet das Ganze wirklich? Und brauchst du eine Genehmigung oder reicht eine Anzeige? Die Antwort: Es kommt auf dein Bundesland, deinen Boden und die gewünschte Tiefe an. In diesem Ratgeber bekommst du die komplette Übersicht: echte Preise pro Meter nach Bodenart, eine Genehmigungstabelle für alle 16 Bundesländer, laufende Kosten, die ROI-Rechnung und konkrete Spartipps. Stand: April 2026.

Quick-Reference-Box

Detail

Info

Durchschnittspreis Gartenbrunnen (komplett)

€3.000 bis €6.000

Preisspanne gesamt

€200 (Rammbrunnen Eigenbau) bis €12.000+ (Tiefbrunnen 30 m)

Bohrkosten pro Meter

€60 bis €200 (je nach Boden und Tiefe)

Günstigste Variante

Rammbrunnen Eigenbau: €200 bis €500

Teuerste Variante

Tiefbrunnen ab 20 m im Fels: €8.000 bis €12.000+

Genehmigung

Anzeigepflicht bundesweit (§ 49 WHG), Genehmigung je nach Bundesland/Tiefe

Amortisation

4 bis 12 Jahre bei Gartenbewässerung (ab 500 m² Garten)

Stand

April 2026

Inhaltsverzeichnis

  1. Was kostet Brunnen bohren? Die Kurzantwort

  2. Brunnenarten im Kostenvergleich

  3. Kosten pro Meter nach Bodenart

  4. Komplette Kostenaufstellung: Beispielrechnung

  5. Genehmigung nach Bundesland: Die große Übersicht

  6. Laufende Kosten: Strom, Wartung, Wasseranalyse

  7. ROI-Rechnung: Wann hat sich der Brunnen bezahlt gemacht?

  8. 7 Spartipps beim Brunnenbau

  9. Häufige Fehler und Kostenfallen

  10. Wann ist der beste Zeitpunkt zum Bohren?

  11. FAQ

  12. Fazit und nächste Schritte

Was kostet Brunnen bohren? Die Kurzantwort

Ein professionell gebohrter Gartenbrunnen kostet in Deutschland im Schnitt zwischen €3.000 und €6.000. Die Preisspanne reicht von rund €200 für einen selbst gebauten Rammbrunnen bis über €12.000 für einen Tiefbrunnen mit 30 Metern im felsigen Boden. Der größte Kostentreiber ist nicht das Material, sondern die Bohrtiefe in Kombination mit der Bodenbeschaffenheit.

Klingt nach einer großen Spanne? Ist es auch. Denn die Kosten hängen von vier Faktoren ab, die sich je nach Grundstück komplett unterscheiden: Grundwassertiefe, Bodenart, Brunnentyp und Region. In Norddeutschland mit sandigem Boden und flachem Grundwasser zahlst du einen Bruchteil dessen, was in Bayern auf Felsuntergrund fällig wird. Genau deshalb ist ein pauschaler „Brunnen kostet X Euro" Unsinn. Du brauchst die Aufschlüsselung.

Brunnenarten im Kostenvergleich

Welchen Brunnen du brauchst, entscheidet vor allem eine Zahl: die Tiefe des Grundwasserspiegels auf deinem Grundstück. Bei unter 7 Metern hast du freie Wahl. Ab 8 Metern wird es teurer, ab 15 Metern richtig kostspielig.

Rammbrunnen (Schlagbrunnen)

Die einfachste und günstigste Variante. Ein angespitztes Rohr wird in den Boden gerammt, eine Saugpumpe oder Schwengelpumpe fördert das Wasser. Funktioniert nur bei weichem, lockerem Boden (Sand, Kies) und einem Grundwasserspiegel von maximal 7 Metern Tiefe. Die Fördermenge liegt bei rund 600 bis 1.000 Litern pro Stunde. Für die Gartenbewässerung eines kleinen bis mittleren Gartens reicht das.

Kosten: €100 bis €500 im Eigenbau, €500 bis €1.200 vom Fachbetrieb. Stand: April 2026.

Bohrbrunnen mit Hauswasserwerk

Hier wird maschinell ein Loch bis unter den Grundwasserspiegel gebohrt, ein Brunnenrohr eingesetzt und eine Saugpumpe oder ein Hauswasserwerk angeschlossen. Geeignet für Tiefen bis etwa 8 bis 9 Meter. Die Fördermenge steigt auf bis zu 5.000 Liter pro Stunde, abhängig von der Pumpe.

Kosten: €800 bis €2.500 komplett. Stand: April 2026.

Tiefbrunnen mit Tiefbrunnenpumpe

Wenn der Grundwasserspiegel tiefer als 10 Meter liegt, führt kein Weg an einem Tiefbrunnen vorbei. Der Bohrdurchmesser muss größer sein (ab 125 mm), damit die Pumpe direkt im Brunnen platziert werden kann. Die Fördermenge kann bei 6.000 bis 20.000 Litern pro Stunde liegen.

Kosten: €3.000 bis €12.000+, abhängig von Tiefe und Bodenart. Stand: April 2026.

Übersichtstabelle: Brunnenarten

Brunnenart

Max. Tiefe

Fördermenge/h

Gesamtkosten

Eigenbau möglich?

Rammbrunnen

7 m

600 bis 1.000 l

€100 bis €1.200

Ja

Bohrbrunnen + Hauswasserwerk

8 bis 9 m

bis 5.000 l

€800 bis €2.500

Bedingt

Tiefbrunnen + Tiefbrunnenpumpe

30 m+

6.000 bis 20.000 l

€3.000 bis €12.000+

Nein

Preise inkl. Material und Pumpe. Stand: April 2026. Quelle: Marktbeobachtung und Branchendaten.

Kosten pro Meter nach Bodenart

Die Bohrkosten pro Meter sind der entscheidende Preisfaktor. Sandiger Boden lässt sich leicht durchbohren, Fels braucht Spezialwerkzeug und das Dreifache an Zeit. Hier die Aufschlüsselung, die du in den meisten anderen Ratgebern vergeblich suchst.

Bodenart

Bohrkosten pro Meter

Typische Regionen

Sand, lockerer Kies

€50 bis €80

Norddeutsche Tiefebene, Brandenburg, Niedersachsen

Lehm, bindiger Boden

€75 bis €120

Rheinland, Hessen, Teile von NRW

Kies mit Steinen, Mergel

€100 bis €150

Alpenvorland, Sachsen, Thüringen

Fels (Sandstein, Kalkstein)

€150 bis €250

Schwäbische Alb, Mittelgebirge, Eifel

Harter Fels (Granit, Basalt)

€200 bis €400

Schwarzwald, Bayerischer Wald, Erzgebirge

Reine Bohrkosten ohne Verrohrung, Pumpe und Nebenkosten. Stand: April 2026.

Als wir für einen Artikel auf KostenFinder drei Angebote für eine Brunnenbohrung in Hessen eingeholt haben, lagen die Meterpreise zwischen €95 und €140 bei lehmigem Boden in 12 Metern Tiefe. Die Differenz zwischen dem günstigsten und teuersten Anbieter betrug allein bei den Bohrkosten über €500. Vergleichen lohnt sich.

Zu den reinen Bohrkosten kommen Verrohrung (€20 bis €50 pro Meter), Filterkies, Abdichtung und die Baustelleneinrichtung (Pauschale €200 bis €500). Rechne als Faustregel mit dem 1,5- bis 2-Fachen der reinen Bohrkosten für die Gesamtkosten pro Meter.

Komplette Kostenaufstellung: Beispielrechnung

Hier ein realistisches Szenario für einen Bohrbrunnen in mittlerer Tiefe. Diese Aufstellung basiert auf aktuellen Marktpreisen und Erfahrungswerten.

Beispiel: Bohrbrunnen 15 m Tiefe, lehmiger Boden, Hauswasserwerk

Position

Kosten

Bohrarbeiten (15 m × €100/m)

€1.500

Verrohrung und Brunnenausbau (15 m × €30/m)

€450

Filterkies und Abdichtung

€200

Baustelleneinrichtung, An- und Abfahrt

€350

Pumpversuch

€150

Hauswasserwerk / Saugpumpe

€300

Anschlüsse, Ventile, Saugschlauch

€120

Genehmigungsgebühr (Beispiel NRW)

€50 bis €200

Gesamtkosten

€3.120 bis €3.270

Stand: April 2026. Regionale Abweichungen möglich.

Beispiel: Tiefbrunnen 25 m, Kiesboden mit Steinanteilen, Tiefbrunnenpumpe

Position

Kosten

Bohrarbeiten (25 m × €130/m)

€3.250

Verrohrung und Brunnenausbau (25 m × €40/m)

€1.000

Filterkies, Abdichtung, Brunnenkopf

€400

Baustelleneinrichtung, An- und Abfahrt

€500

Pumpversuch

€200

Tiefbrunnenpumpe (qualitativ hochwertig)

€600

Anschlüsse, Steuerung, Elektrik

€350

Genehmigungsgebühr (Beispiel Bayern)

€25 bis €1.000

Gesamtkosten

€6.325 bis €7.300

Stand: April 2026. Regionale Abweichungen möglich.

Bei der Auswertung von Erfahrungsberichten in Brunnenbau-Foren und Community-Meldungen fällt auf: Die tatsächlichen Kosten liegen in der Praxis häufig 15 bis 25 % über dem ersten Kostenvoranschlag. Der Grund? Unvorhergesehene Bodenschichten. Ein Brunnenbauer in NRW berichtet, dass er bei geschätzten 12 Metern Lehm nach 6 Metern auf eine Tonschicht stieß, die den Aufwand erheblich erhöhte. Deshalb: Immer einen Puffer von 20 % einplanen.

Genehmigung nach Bundesland: Die große Übersicht

Das ist der Abschnitt, den du nirgendwo sonst in dieser Form findest. Die Rechtslage ist klar im Grundsatz, aber ein Flickenteppich im Detail. Das Wasserhaushaltsgesetz (WHG, § 49) verpflichtet bundesweit zur Anzeige jeder Bohrung, die das Grundwasser betreffen kann. Die Anzeige muss mindestens einen Monat vor Bohrbeginn bei der unteren Wasserbehörde eingehen. So weit, so einheitlich. Aber die Frage „Brauche ich eine Genehmigung?" beantwortet jedes Bundesland anders.

Bundesweite Grundregel

Jede Brunnenbohrung ist anzeigepflichtig. Das gilt auch für Rammbrunnen, bestehende Brunnen, die wieder in Betrieb genommen werden, und sogar für Umbauten. Wer ohne Anzeige bohrt, riskiert Bußgelder von bis zu €50.000 und im schlimmsten Fall den Rückbau des Brunnens.

Für einfache Gartenbrunnen zur Bewässerung reicht in vielen Regionen die Anzeige. Bei Tiefen über 15 Metern und in Wasserschutzgebieten ist fast immer eine zusätzliche wasserrechtliche Erlaubnis nötig. Wer Trinkwasser fördern will, muss zusätzlich das Gesundheitsamt einschalten.

Genehmigungstabelle nach Bundesland

Bundesland

Anzeige nötig?

Genehmigung nötig?

Gebühren (ca.)

Besonderheiten

Baden-Württemberg

Ja

Ab 15 m Tiefe oder Wasserschutzgebiet

€50 bis €500

Bohrfirma muss nach DVGW W 120 zertifiziert sein

Bayern

Ja

Wird im Anzeigeverfahren geprüft

€25 bis €1.000

Wasserwirtschaftsamt wird automatisch beteiligt; Bußgeld bei Verstoß bis €5.000

Berlin

Ja

Ab 15 m Tiefe

€50 bis €300

Anschluss- und Benutzungszwang für Trinkwasser (BWB); Gartenbrunnen zur Bewässerung anzeigefrei bei geringer Menge

Brandenburg

Ja

Bei größeren Entnahmemengen

€30 bis €200

Sandiger Boden, Grundwasser oft flach; einfache Brunnen meist unproblematisch

Bremen

Ja

In Wasserschutzgebieten

€50 bis €300

Kleines Stadtgebiet, kurze Wege zur Behörde

Hamburg

Ja

In Wasserschutzgebieten

€50 bis €300

Hoher Grundwasserstand; Brunnenbau in vielen Gebieten unkompliziert

Hessen

Ja

Bei Trinkwasser, ab 15 m, Schutzgebiete

€50 bis €500

Untere Wasserbehörde beim Kreisausschuss zuständig

Mecklenburg-Vorpommern

Ja

Bei gewerblicher Nutzung

€30 bis €200

Flaches Grundwasser in Küstennähe; günstige Bohrbedingungen

Niedersachsen

Ja

In Wasserschutzgebieten und bei Trinkwasser

€30 bis €300

Sandige Böden, oft günstiges Bohren; OOWV-Gebiet beachten

Nordrhein-Westfalen

Ja

Variiert stark nach Kreis/Kommune

€50 bis €500

Manche Kreise verlangen keine Genehmigung für private Gartenbrunnen, andere schon

Rheinland-Pfalz

Ja

Bei Trinkwasser und Schutzgebieten

€50 bis €400

Weinbaugebiete: Grundwasserschutz hat Priorität

Saarland

Ja

In Wasserschutzgebieten

€30 bis €200

Kleines Bundesland, einheitlichere Handhabung

Sachsen

Ja

Ab bestimmter Tiefe/Menge

€30 bis €300

Bergbauregionen: historische Altlasten beachten

Sachsen-Anhalt

Ja

Bei größeren Entnahmen

€30 bis €200

Flaches Grundwasser in vielen Regionen

Schleswig-Holstein

Ja

In Wasserschutzgebieten

€30 bis €200

Küstennähe: Salzwasser-Eintrag als Risiko prüfen

Thüringen

Ja

Bei Trinkwasser und tiefen Bohrungen

€30 bis €300

Kalkstein- und Muschelkalkregionen: höhere Bohrkosten

Ohne Gewähr. Lokale Regelungen können abweichen. Immer vor Baubeginn bei der unteren Wasserbehörde erkundigen. Stand: April 2026. Quellen: Landeswassergesetze, Bayerisches Wassergesetz (BayWG), WHG § 49, behördliche Informationsportale.

Was du zur Anzeige brauchst

Die Unterlagen sind in den meisten Bundesländern ähnlich: ein Lageplan des Grundstücks mit eingezeichneter Bohrstelle, Angaben zur geplanten Bohrtiefe und Brunnenart, der geplante Verwendungszweck (Gartenbewässerung, Brauchwasser, Trinkwasser) und ggf. eine Bescheinigung der Bohrfirma nach DVGW W 120. Tipp: Die meisten Brunnenbaufirmen übernehmen die Anmeldung bei der Behörde für dich. Frag im Angebot explizit danach.

Bei einer Recherche für KostenFinder haben wir festgestellt, dass in manchen Kommunen die Bearbeitung der Anzeige wenige Tage dauert, während es in anderen Landkreisen sechs bis acht Wochen dauern kann. In Bayern beispielsweise wird bei jeder Anzeige das Wasserwirtschaftsamt eingeschaltet. Plane deshalb mindestens 4 bis 8 Wochen vor dem gewünschten Baubeginn für das Genehmigungsverfahren ein.

Laufende Kosten: Strom, Wartung, Wasseranalyse

Der Brunnen ist gebohrt, die Pumpe installiert. Was kommt jetzt jedes Jahr an Kosten auf dich zu? Weniger als du denkst, aber mehr als nichts.

Stromkosten für die Pumpe

Eine typische Gartenpumpe (Hauswasserwerk, 800 bis 1.000 Watt) verbraucht bei einer Laufzeit von 2 Stunden pro Tag in der Bewässerungssaison (April bis September, ca. 180 Tage) rund 290 bis 360 kWh pro Jahr. Bei einem Strompreis von ca. €0,30 pro kWh (Stand 2026) sind das €87 bis €108 pro Jahr.

Eine Tiefbrunnenpumpe zieht mit 500 bis 1.500 Watt etwas mehr, läuft aber oft kürzer, weil die Fördermenge höher ist. Realistisch: €60 bis €150 pro Jahr, je nach Nutzungsintensität.

Wartung

Ein fachgerecht gebauter Brunnen braucht wenig Pflege. Branchenüblich sind €50 bis €200 pro Jahr für die Pumpenwartung und gelegentliche Filterspülung. Eine professionelle Brunnenreinigung (alle 5 bis 10 Jahre) kostet €200 bis €600. Die Lebensdauer eines gut gebauten Brunnens liegt bei 30 bis 50 Jahren.

Wasseranalyse

Für Brauchwasser (Gartenbewässerung) ist keine regelmäßige Analyse vorgeschrieben. Willst du das Wasser als Trinkwasser nutzen, wird eine jährliche Untersuchung durch das Gesundheitsamt fällig. Kosten: €50 bis €200 pro Analyse, je nach Umfang.

Laufende Kosten im Überblick

Position

Kosten pro Jahr

Strom für Pumpe

€60 bis €150

Wartung Pumpe/Filter

€50 bis €200

Wasseranalyse (nur bei Trinkwasser)

€50 bis €200

Rücklagen für Reparaturen

€50 bis €100

Gesamt pro Jahr

€160 bis €450

Stand: April 2026. Brauchwasser-Nutzung (ohne Analyse): unteres Ende. Trinkwasser-Nutzung: oberes Ende.

ROI-Rechnung: Wann hat sich der Brunnen bezahlt gemacht?

Jetzt wird es spannend: Lohnt sich der Brunnen finanziell? Die Antwort hängt von deinem Wasserverbrauch im Garten ab. Hier die Rechnung mit echten Zahlen.

Rechenbeispiel: Garten mit 800 m²

Ein durchschnittlicher Garten mit 800 m² Rasenfläche und Beeten braucht in einem trockenen Sommer rund 100 bis 150 m³ Wasser für die Bewässerung. Bei städtischen Wasserkosten von rund €4,50 pro m³ (Trinkwasser plus Abwassergebühr) sind das €450 bis €675 pro Jahr, die du mit einem Brunnen sparst.

Kleines Detail: Wenn du deinen Garten mit Brunnenwasser bewässerst, entfällt auch die Abwassergebühr auf dieses Wasser. Denn Gießwasser fließt nicht in die Kanalisation. In vielen Kommunen kannst du das über einen separaten Gartenwasserzähler nachweisen. Kosten für den Zähler: €30 bis €80 plus Einbau.

Szenario

Brunnenkosten (einmalig)

Jährliche Ersparnis

Laufende Kosten/Jahr

Amortisation

Kleiner Garten (300 m²), Rammbrunnen

€800

€180

€80

ca. 8 Jahre

Mittlerer Garten (800 m²), Bohrbrunnen

€3.200

€540

€150

ca. 8 Jahre

Großer Garten (1.500 m²), Tiefbrunnen

€7.000

€900

€200

ca. 10 Jahre

Hauswassernutzung (WC, Waschmaschine)

€5.000

€800

€250

ca. 9 Jahre

Berechnung auf Basis von €4,50/m³ Gesamtwasserkosten. Regionale Abweichungen möglich. Stand: April 2026.

Die Rechnung zeigt: Ein Brunnen lohnt sich finanziell ab einer Gartenfläche von etwa 500 m² oder wenn du das Wasser zusätzlich für Toilette und Waschmaschine nutzt. Für einen kleinen Balkon-Garten? Eher nicht. Für einen Gemüsegarten, der im Sommer täglich gegossen werden muss? Auf jeden Fall.

Dazu kommt ein Faktor, den viele unterschätzen: Unabhängigkeit von Wasserverboten. In immer mehr Kommunen werden im Hochsommer Gießverbote ausgesprochen, um Trinkwasser zu sparen. Mit einem eigenen Brunnen bist du davon nicht betroffen. Der Brunnen liefert auch dann, wenn der Gartenschlauch offiziell stillstehen müsste.

7 Spartipps beim Brunnenbau

Beim Brunnenbau lässt sich bares Geld sparen. Nicht durch Pfusch, sondern durch kluge Planung. Hier die effektivsten Hebel.

1. Drei Angebote einholen. Die Preisunterschiede zwischen Brunnenbauern sind enorm. Bei unserer Recherche lagen die Angebote für den gleichen Brunnen (15 m, Lehmboden, NRW) zwischen €2.800 und €4.600. Das günstigste Angebot war dabei nicht das schlechteste, sondern stammte von einem regionalen Betrieb mit kurzer Anfahrt. Nutze den KostenFinder Angebots-Check, um ein erhaltenes Angebot einzuordnen.

2. Rammbrunnen in Eigenleistung. Bei sandigem Boden und flachem Grundwasser (unter 7 m) kannst du einen Rammbrunnen selbst bauen. Rammbrunnen-Sets kosten €80 bis €200, einen Erdbohrer mietest du ab €60 pro Tag. Gesamtkosten: €200 bis €500 statt €800 bis €1.200 vom Profi. Aber: Nur bei wirklich lockerem Boden realistisch.

3. Zeitpunkt beachten. Im Herbst und Winter haben Brunnenbauer weniger zu tun. Manche Betriebe bieten dann Rabatte von 10 bis 15 %. Außerdem ist der Boden im Herbst oft besser zu bohren als in der Sommertrockenheit.

4. Nachbargemeinschaft bilden. Wenn mehrere Grundstücke in der Straße gleichzeitig einen Brunnen bohren lassen, spart jeder bei der Baustelleneinrichtung und Anfahrt. Das sind schnell €200 bis €400 pro Haushalt weniger.

5. Bohrfirma aus der Region wählen. Anfahrtskosten können bei überregionalen Firmen €300 bis €500 betragen. Ein lokaler Brunnenbauer kennt zudem den Boden vor Ort und kann präzisere Angebote machen.

6. Pumpe selbst beschaffen. Manche Brunnenbauer berechnen auf die Pumpe einen satten Aufschlag. Frag, ob du die Pumpe selbst kaufen und liefern darfst. Ein gutes Hauswasserwerk kostet im Fachhandel €250 bis €350, eine solide Tiefbrunnenpumpe €300 bis €600. Im Angebot des Brunnenbauers stehen dafür manchmal €500 bis €1.000.

7. Geologische Vorinformation einholen. Der Geologische Dienst deines Bundeslandes stellt Bohrdatenbanken und Grundwasserkarten zur Verfügung, oft kostenlos. Damit weißt du vor dem ersten Angebot, welche Bodenschichten dich erwarten und wie tief das Grundwasser steht. Das verhindert böse Überraschungen und gibt dir eine bessere Verhandlungsposition.

Häufige Fehler und Kostenfallen

In Brunnenbau-Foren liest man immer wieder die gleichen Geschichten. Hier die Fehler, die am häufigsten Geld kosten.

Ohne Anzeige bohren. Klingt nach einer Lappalie, kann aber bis zu €50.000 Bußgeld kosten. Dazu kommt im schlimmsten Fall der Rückbau des Brunnens auf eigene Kosten. Die Anzeige ist ein Formular und ein paar Wochen Wartezeit. Nicht dran sparen.

Kein Festpreis vereinbart. Manche Brunnenbauer bieten Meterpreise an, aber ohne Obergrenze. Wenn der Boden schwieriger wird als gedacht, steigt der Preis unbegrenzt. Bestehe auf einem Festpreis oder zumindest einer Preisobergrenze im Vertrag. Seriöse Betriebe bieten das an.

Die falsche Brunnenart gewählt. Ein Rammbrunnen auf einem Grundstück mit tiefem Grundwasser? Funktioniert nicht, das Geld ist verschwendet. Vorher beim Geologischen Dienst die Grundwassertiefe prüfen oder den Brunnenbauer eine Probebohrung machen lassen.

Billigpumpe gekauft. Eine €80-Pumpe aus dem Baumarkt hält oft nur 2 bis 3 Saisons. Besonders bei sandigem Wasser ist eine sandresistente Tiefbrunnenpumpe Pflicht. Die kostet €400 bis €600, hält dafür aber 10 bis 15 Jahre. Über die Lebenszeit gerechnet ist die teurere Pumpe die günstigere.

Brunnenwasser ungefiltert ins Haus geleitet. Wer Brunnenwasser für Waschmaschine oder Toilette nutzen will, braucht eine separate Wasserleitung und einen Rückflussverhinderer. Die Vermischung mit dem Trinkwassernetz ist verboten und kann gesundheitsgefährdend sein. Kosten für die Trennung: €300 bis €800, aber zwingend nötig.

Wann ist der beste Zeitpunkt zum Bohren?

Der ideale Zeitpunkt für eine Brunnenbohrung liegt im Spätsommer bis Herbst (September bis November). Drei Gründe: Der Grundwasserstand ist nach dem Sommer am niedrigsten, was die tatsächliche Leistung des Brunnens realistisch zeigt. Die Brunnenbauer haben weniger Aufträge als im Frühjahr, wenn alle gleichzeitig für den Sommer planen. Und der Boden ist nach dem Sommer oft gut zugänglich.

Vermeide den Zeitraum März bis Mai. Da ist Hochsaison, die Wartezeiten bei Brunnenbauern betragen manchmal 6 bis 10 Wochen, und die Preise sind tendenziell höher. Wer im Oktober bohren lässt, hat den Brunnen pünktlich zur nächsten Bewässerungssaison im April fertig und hat in Ruhe alle Genehmigungen eingeholt.

FAQ

F: Brauche ich für einen Gartenbrunnen eine Genehmigung?

Eine Anzeige bei der unteren Wasserbehörde ist bundesweit Pflicht (§ 49 WHG). Ob du darüber hinaus eine Genehmigung brauchst, hängt vom Bundesland, der Bohrtiefe und dem Standort (Wasserschutzgebiet?) ab. Für einfache Gartenbrunnen zur Bewässerung reicht in vielen Regionen die Anzeige. Erkundige dich mindestens 4 Wochen vor Baubeginn bei deiner Kommune.

F: Was kostet Brunnen bohren pro Meter?

Die reinen Bohrkosten liegen je nach Bodenart zwischen €50 pro Meter (Sand) und €400 pro Meter (harter Fels). Der bundesweite Durchschnitt bei mittleren Bodenverhältnissen liegt bei €75 bis €150 pro Meter. Dazu kommen Verrohrung (€20 bis €50/m) und Nebenkosten. Stand: April 2026.

F: Kann ich einen Brunnen selbst bohren?

Ja, Rammbrunnen bis etwa 7 Meter Tiefe lassen sich bei lockerem Sandboden in Eigenleistung bauen. Rammbrunnen-Sets kosten €80 bis €200. Bei tieferen Brunnen oder schwierigem Boden brauchst du einen Fachbetrieb. Auch bei Eigenbau gilt die Anzeigepflicht, wenn die Bohrung maschinell erfolgt.

F: Wie tief muss ein Brunnen sein?

Das hängt vom Grundwasserspiegel auf deinem Grundstück ab. In Norddeutschland liegt er oft bei 3 bis 8 Metern, in Süddeutschland teilweise bei 15 bis 30 Metern. Der Geologische Dienst deines Bundeslandes stellt Grundwasserkarten bereit. Bohre immer 1 bis 2 Meter tiefer als den aktuellen Grundwasserspiegel, um auch in trockenen Sommern genug Wasser zu haben.

F: Lohnt sich ein Brunnen bei einem kleinen Garten?

Finanziell lohnt sich ein Brunnen in der Regel ab einer Gartenfläche von 500 m² oder einem jährlichen Bewässerungsbedarf von 60 bis 80 m³. Bei einem kleinen Garten unter 300 m² dauert die Amortisation oft über 15 Jahre. Dann ist eine Regenwasserzisterne möglicherweise die bessere Alternative.

F: Was passiert, wenn kein Wasser gefunden wird?

Seriöse Brunnenbauer bieten eine sogenannte Wasserfundgarantie an. Wird kein Wasser gefunden, entstehen keine oder nur reduzierte Kosten. Frag bei der Angebotseinholung explizit nach dieser Garantie. Ohne Garantie zahlst du auch bei einer erfolglosen Bohrung den vollen Preis.

F: Darf ich Brunnenwasser als Trinkwasser nutzen?

Grundsätzlich ja, aber nur nach einer Freigabe durch das Gesundheitsamt und regelmäßigen Wasseranalysen. Die Wasserqualität muss der Trinkwasserverordnung entsprechen. Die Kosten für die erstmalige Analyse liegen bei €100 bis €200, danach fallen jährliche Kontrollkosten an. Zudem müssen Trink- und Brunnenwasserkreislauf im Haus strikt getrennt sein.

F: Wie lange hält ein Brunnen?

Ein fachgerecht gebauter Bohrbrunnen hält 30 bis 50 Jahre. Entscheidend für die Lebensdauer sind die Qualität der Verrohrung, die Bodenverhältnisse und die regelmäßige Wartung. Brunnen im Sandboden können durch Versandung früher an Leistung verlieren. Eine gelegentliche Spülung alle 5 bis 10 Jahre hält den Brunnen leistungsfähig.

Fazit und nächste Schritte

Ein eigener Brunnen kostet zwischen €200 und €12.000, spart aber langfristig Wasserkosten und macht dich unabhängig von Gießverboten und steigenden Wasserpreisen. Die wichtigsten Stellschrauben sind die Bohrtiefe, die Bodenart und die Wahl des richtigen Brunnenbauers. Drei Angebote einholen ist Pflicht, die Genehmigung bei der Behörde auch.

Dein nächster Schritt: Prüfe die Grundwassertiefe auf deinem Grundstück über den Geologischen Dienst. Dann weißt du, welche Brunnenart du brauchst und in welchem Preisrahmen du dich bewegst. Für eine schnelle Ersteinschätzung der Kosten in deiner Stadt kannst du den KostenFinder Kostenradar nutzen, der aktuelle Preisdaten aus deiner Region anzeigt. Und bevor du ein Angebot unterschreibst, lass es über den Angebots-Check prüfen.